Einblicke in die Welt des PVC

Wie der Einsatz von Rezyklatware erleichtert werden kann. Ein Überblick über Herausforderungen und Chancen.

Nicht nur im Kontext der notwendigen Reduktion von CO2-Emissionen ist der Einsatz von recycelten Materialien für Hersteller verschiedenster Produkte ein Thema. Neuware durch Recyclingware ersetzen, wo immer es möglich und vor allem sinnvoll ist, lautet das erklärte Ziel, das auch aufgrund von gesetzten Normen und Vorgaben von einer immer größeren Zahl von Verarbeitern ins Auge gefasst wird. Leider ist es nicht so einfach, wie es für Laien vielleicht klingen mag. Die Hersteller von Kunststoffwaren stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen, auf die wir hier kurz eingehen möchten. Und auch darauf, wie Lösungen aussehen können.

Qualität und Konsistenz

Virgin-Materialien kennen diese Probleme nicht, recycelte leider durchaus. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen und wurden unterschiedlichen Verarbeitungsprozessen unterzogen. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Herstellung konsistenter Produkte führen und ist für die Qualitätssicherung der Produzenten kritisch.

Verschmutzung und Verunreinigungen

Zurückgeführte Materialien können Verunreinigungen enthalten, die während des Sammel- und Recyclingprozesses nicht vollständig entfernt wurden. Diese Verunreinigungen können die mechanischen Eigenschaften der Kunststoffprodukte beeinträchtigen und die Verarbeitung erschweren.

 

Material-Eigenschaften und Verfügbarkeit

Die Eigenschaften von recycelten Materialien können sich teils stark von denen von Virgin-Materialien unterscheiden. Dies kann wiederum Auswirkungen auf die mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften der Kunststoffprodukte haben und deren Leistungsfähigkeit beeinflussen. Darüber hinaus kann die Beschaffung von recycelten Materialien aufgrund der erforderlichen Sammel-, Sortier- und Verarbeitungsprozesse relativ teuer sein und das bei – je nach Fall – unklarer Verfügbarkeit von hochwertigen Materialien.
Und doch sind neben diesen Herausforderungen ganz klar auch Chancen zu erkennen. Neuware durch Recyclingware ersetzen – das bedeutet auch eine Reihe von Vorteilen, welche sich unter anderem durch die gesteigerte Nachfrage ablesen lassen.

Ressourceneffizienz, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft

Durch die Verwendung von recycelten Materialien können Unternehmen den Bedarf an neuen Virgin-Ressourcen reduzieren und somit zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Die Verwendung von recycelten Materialien unterstützt die Idee der Kreislaufwirtschaft, indem sie Abfall reduziert und wiederverwendbare Materialien in den Produktionsprozess integriert.

Kostenersparnis und Umweltvorteile

In einigen Fällen können recycelte Materialien in der Gesamtbetrachtung kostengünstiger sein als Virgin-Materialien, insbesondere wenn sie lokal verfügbar und die Kosten für die Beschaffung und Verarbeitung niedriger sind. Der Einsatz von recycelten Materialien kann zu einer Verringerung der Umweltbelastung führen, da weniger Energie und Ressourcen für die Herstellung neuer Materialien benötigt werden. Gleichzeitig kann die Menge an Kunststoffabfällen reduziert werden, da diesen ein zweites Leben geschenkt wird.

Kundenanforderungen und Image

Viele Verbraucher und Unternehmen legen Wert auf nachhaltige und umweltfreundliche Produkte. Die Verwendung von recycelten Materialien kann daher dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und das Unternehmensimage zu verbessern. Unternehmen können mit einem Angebot, das recycelte Materialien umfasst auf die entsprechende Nachfrage reagieren und verpassen so nicht den Trend hin zu immer mehr Nachhaltigkeit.
Insgesamt bietet der Einsatz von recycelten Materialien im Kunststoffbereich eine Reihe von Vorteilen, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen und zur Schaffung einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Industrie beitragen können.

Wie diesen Hürden begegnen?

Um die beschriebenen Herausforderungen auf dem Weg dahin zu überwinden bieten sich verschiedene Ansatzpunkte. Es lohnt sich zum einen das eigene Rohstoffportfolio zu analysieren und ebenso die internen Möglichkeiten der Wiederverwendung von Produktionsausstößen und Ähnlichem. Das ist heute oft schon Standard in den meisten Unternehmen, da es einen sofortigen wirtschaftlichen Effekt erzielt.

Weiterhin ergibt sich ein positiver Effekt, wenn für ein herzustellendes Teil mehrere Materialien qualifiziert werden, um sich vor der teils schlechten Verfügbarkeit zu schützen, soweit dies möglich ist. Hier spielen natürlich immer auch die Kundenanforderungen eine entscheidende Rolle. Doch auch diese sind selbstverständlich an der Erhaltung der Lieferfähigkeit interessiert. Das kann zum Beispiel bedeuten, ein ABS-Produkt auch fit für die Verwendung mit einem rPET zu machen.

Darüber hinaus können Additive und Verarbeitungshilfen ein Game-Changer sein, so beispielsweise auch die Fließhilfen von Polytives. Diese ermöglichen auch bei eher dünnwandigen oder komplexeren Teilen den möglichen Austausch von ABS durch rPET, wie oben beschrieben, um nur ein Beispiel zu nennen. Inhomogene Qualitäten von Rezyklatwaren lassen sich angleichen oder kaum verarbeitbare, weil zu zähe Kunststoffe, werden prozessierbar gemacht. Damit lässt sich eine große Hürde aus dem Weg räumen, hin zum Ziel „Neuware durch Recyclingware ersetzen“.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch, wenn Sie dazu Ideen austauschen und einen Versuch machen wollen, wir sind gern für Sie da!