Trends der Kunststoffverarbeitung

Trends der Kunststoffverarbeitung

Trends der Kunststoffverarbeitung: Wie polymere Additive von Polytives neue Spielräume eröffnen

Die Trends der Kunststoffverarbeitung verändern sich rasant. Energieeffizienz, Resourcenschonung und wirtschaftliche Stabilität stehen für Unternehmen heute stärker im Fokus denn je. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen, während Rohstoffqualitäten immer stärker schwanken. Viele Kunststoffverarbeiter stehen damit vor einem Zielkonflikt: nachhaltiger produzieren, Kosten senken – und gleichzeitig hochwertige, leistungsfähige Produkte herstellen.

Polymere Additive von Polytives schaffen genau hier neue Möglichkeiten. Sie wirken als technische Lösung, die Prozesse stabiler, effizienter und ressourcenschonender macht – ohne die mechanischen Eigenschaften des Basismaterials zu beeinträchtigen.

Zwischen Anspruch und Realität: Die Herausforderungen der Kunststoffverarbeitung

Die Branche kämpft mit mehreren Parallelentwicklungen:

  • steigende Energiekosten
  • strengere Gesetze und Normen
  • wachsender Wettbewerb
  • der Wunsch nach mehr nachhaltigen Materialien wie Rezyklaten und biobasierten Compounds

In der Realität zeigt sich jedoch schnell: Rohstoffschwankungen, enge Prozessfenster und zusätzliche Kosten erschweren die Umsetzung nachhaltiger Strategien. Genau an diesem Punkt entstehen die größten Hürden der modernen Kunststoffverarbeitung.

Ein Werkzeug mit breitem Nutzen: Polymere Additive aus Sicht der Trends der Kunststoffverarbeitung

Die Additive von Polytives bieten eine Lösung, die sich von klassischen Additiven abhebt. Sie sind selbst Polymere, wodurch die mechanischen Eigenschaften des Ausgangsmaterials erhalten bleiben. Gleichzeitig sind sie:

  • kompatibel mit vielen Virgin- und Recyclingkunststoffen
  • migrationsstabil und regulatorisch kompatibel
  • flexibel für zahlreiche Anwendungen einsetzbar

Damit entsprechen sie zentralen Trends der Kunststoffverarbeitung: nachhaltiger, sicherer und wirtschaftlicher produzieren – bei gleichbleibender Qualität.

Prozesse vereinfachen und Kosten senken

Der Kernmechanismus der Polytives-Additive ist die deutliche Reduzierung der Schmelzeviskosität. Dies wirkt sich mehrfach positiv aus:

  • geringere Drücke
  • niedrigere Temperaturen
  • einfacher zu verarbeitende Materialien
  • kürzere Zykluszeiten
  • geringere Belastung für Maschinen und Werkzeuge

Für Unternehmen bedeutet das:

  • Energieeinsparungen
  • weniger Stillstand
  • größere Maschinenflexibilität
  • sichtbare Kostenreduktionen
  • verbesserte CO₂-Bilanz durch niedrigeren Energieintrag

Ein klarer Wettbewerbsvorteil – und einer der stärksten Trends der Kunststoffverarbeitung.

Spielräume erweitern, ohne Materialeigenschaften zu verlieren

Dank der reduzierten Verarbeitungstemperaturen erweitern polymere Additive das Prozessfenster erheblich. Das ermöglicht:

  • schonende Einbindung temperaturempfindlicher Zusätze
  • stabilere Verarbeitung natürlicher oder biobasierter Komponenten
  • höhere Füllstoffgehalte
  • flexiblere Rezeptur- und Produktentwicklung
  • Das Ergebnis: mehr Freiheit im Design und mehr Spielraum in der Materialauswahl – ein starkes Signal für nachhaltige Innovation in der Kunststoffverarbeitung.

Ein genauer Blick auf Rezyklate: Additive als Gamechanger

Der Einsatz von Rezyklaten ist ein Kerntrend der Kunststoffverarbeitung – gleichzeitig aber einer der schwierigsten. Oft sind Schwankungen in Qualität und Verarbeitbarkeit große Hürden.

Polymere Additive helfen, diese Herausforderungen zu entschärfen:

  • sie stabilisieren den Prozess
  • sie gleichen Rohstoffunterschiede aus
  • sie ermöglichen höhere Rezyklatanteile
  • sie verbessern die Verarbeitbarkeit – teilweise erst möglich durch den Additivanstieg

Praxisbeispiel:

Tests mit rPET in Zusammenarbeit mit der Brac-Werke AG haben gezeigt, dass polymere Additive den Einsatz von Rezyklaten signifikant verbessern oder erst ermöglichen – selbst ohne vollständige Sortenreinheit.

Polymere Additive als langfristige Wegbereiter

Polytives sieht polymere Additive nicht als kurzfristige Prozesshilfe, sondern als Plattformtechnologie. Sie lassen sich vielseitig anpassen – für unterschiedliche Materialien, Verfahren und Anforderungen. Dadurch bieten sie:

  • mehr Flexibilität
  • weniger Abhängigkeit von Rohstoffschwankungen
  • stabile mechanische Eigenschaften
  • zukunftssichere Materialperformance

Im Netzwerk von TecPart e. V. und in enger Zusammenarbeit mit der Industrie treibt Polytives diese Entwicklungen aktiv voran.

Die kommerziell verfügbaren Verarbeitungshilfen haben ihre Leistungsfähigkeit bereits in zahlreichen Projekten bewiesen – und stehen bereit, auch zukünftige Entwicklungen in Richtung einer effizienteren und nachhaltigeren Kunststoffverarbeitung zu unterstützen.

FLYER USE CASE

rPET

Verfahrenstechnische Optimierung der Verarbeitung von rPET

Wie lässt sich die Verarbeitung von rPET verfahrenstechnisch optimieren?

In der Juli/August-Ausgabe des Kunststoffmagazins beantworten wir die Frage, wie sich die ökologischen Vorteile von recyceltem PET mit einem wirtschaftlich stabilen Verarbeitungsprozess vereinen lassen.

rPET im Fokus: Nachhaltigkeit trifft auf technische Grenzen

Recyceltes PET – kurz rPET – gewinnt in der Kunststoffverarbeitung immer mehr an Bedeutung. Gesetzliche Vorgaben wie die EU-Kunststoffstrategie und verpflichtende Recyclingquoten für Verpackungen fördern den Einsatz des Materials. Doch die Verarbeitung von rPET stellt viele Unternehmen vor verfahrenstechnische Herausforderungen:
Selbst bei optimal eingestellten Spritzgussparametern kann es zu unvollständigen Formfüllungen, Überspritzungen oder erhöhtem Energieverbrauch kommen.

Ein Praxisbeispiel zeigt, wie sich diese Probleme gezielt lösen lassen – ohne längere Zykluszeiten oder Einbußen bei der Produktqualität.

Das Problem: unvollständige Formfüllung trotz optimaler Maschineneinstellungen

Bei der Produktion eines Musterstücks aus rPET stießen die Brac-Werke auf eine typische Herausforderung: Trotz angepasster Druck- und Temperatureinstellungen ließ sich das Formteil nicht vollständig ausformen.
Herkömmliche Maßnahmen wie Druckerhöhung führten zwar zur vollständigen Formfüllung, verursachten aber gleichzeitig Überspritzungen am Anguss und damit zusätzlichen Nachbearbeitungsaufwand.

Eine Temperaturerhöhung wiederum bedeutete höheren Energieverbrauch, längere Zykluszeiten und beschleunigte Materialalterung – allesamt Faktoren, die Effizienz und Nachhaltigkeit mindern.

Die Lösung: Additiv bFI A 3745 von Polytives verbessert die Fließeigenschaften von rPET

Gemeinsam mit dem Chemiedistributor Nordmann setzten die Brac-Werke auf ein spezielles polymeres Additiv: bFI A 3745 von Polytives.
Schon eine geringe Zugabe von nur 3–5 % führte zu einer signifikanten Verbesserung der rheologischen Eigenschaften.

Die Effekte im Überblick:

  • Reduzierte Viskosität der rPET-Schmelze

  • Verbesserte Fließfähigkeit und vollständige Formfüllung

  • Gleichmäßige Verdichtung des Materials

  • Rund 25 % geringerer Spritzdruck

  • Weniger Energieverbrauch und Maschinenbelastung

„Das Additiv von Polytives hat unsere Anforderungen sogar übertroffen – ohne Abstriche bei Qualität oder Zykluszeit“, erklärt Markus Hofer, Geschäftsführer der Brac-Werke.

Verfahrenstechnische Optimierung für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Der gezielte Einsatz des Additivs führte zu einer stabileren, wirtschaftlicheren und umweltfreundlicheren Produktion. Die mechanischen Eigenschaften des Endprodukts blieben unverändert, während der gesamte Prozess robuster wurde.

Laut Viktoria Rothleitner, Geschäftsführerin von Polytives, bieten die Additive einen echten Hebel für nachhaltige Kunststoffverarbeitung:

„Unsere Additive ermöglichen es, anspruchsvolle Kunststoffe wie rPET wirtschaftlich und zuverlässig zu verarbeiten – und so den Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Branche zu ebnen.“

Fazit: rPET-Verarbeitung effizienter gestalten – mit gezielter Additivierung

Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie sich die Verarbeitung von rPET verfahrenstechnisch optimieren lässt:
Durch den Einsatz geeigneter polymerer Additive kann die Fließfähigkeit gezielt verbessert, der Energieverbrauch gesenkt und die Prozesssicherheit erhöht werden – ohne Kompromisse bei Qualität oder Wirtschaftlichkeit.

Damit wird rPET nicht nur ökologisch, sondern auch technisch zur attraktiven Alternative zu Primärkunststoffen wie ABS – und eröffnet neue Perspektiven für nachhaltige Bauteile in der Kunststoffindustrie.

Quelle: Polytives – Anwenderbericht aus Kunststoff Magazin, Juli/August 2025
www.polytives.com

FLYER USE CASE

rPET

FAQ — Wie lässt sich die Verarbeitung von rPET verfahrenstechnisch optimieren?

1. Was bedeutet „verfahrenstechnische Optimierung“ bei rPET?
Verfahrenstechnische Optimierung umfasst Anpassungen an Materialformulierung (z. B. Additive), Maschinenparametern (Temperatur, Druck) und Werkzeuggestaltung, um Durchsatz, Qualität und Energieverbrauch zu verbessern.

2. Wie kann die Fließfähigkeit von rPET verbessert werden?
Durch gezielte Additivierung (z. B. polymerer Fließverbesserer), korrigierte Schmelzetemperaturen und optimierte Scherbedingungen. Bereits 3–5 % geeigneter Additive können die Fließfähigkeit deutlich erhöhen.

3. Warum ist reduzierte Viskosität wichtig?
Eine geringere Viskosität senkt den erforderlichen Einspritzdruck, verbessert die Formfüllung und reduziert Energieverbrauch sowie Werkzeugbelastung — ohne die Bauteileigenschaften negativ zu beeinflussen, wenn das Additiv passend gewählt ist.

4. Welche Vorteile hat ein geringerer Spritzdruck?
Niedrigerer Spritzdruck reduziert den Energiebedarf, verringert Verschleiß an Maschine und Werkzeug, minimiert Verzug und kann Nachbearbeitungskosten durch weniger Überspritzungen senken.

5. Beeinträchtigt Additivierung die mechanischen Eigenschaften?
Bei korrekt ausgewählten und dosierten Additiven bleiben mechanische Kennwerte in der Regel erhalten. Validierung durch mechanische Prüfungen (Zug, Schlag, Rheologie) ist aber immer empfehlenswert.

6. Wie trägt die Optimierung zur Energieeffizienz in der Kunststoffverarbeitung bei?
Maßnahmen wie niedrigere Einspritzdrücke, kürzere Zykluszeiten und geringere Nachbearbeitung reduzieren den Gesamtenergiebedarf pro Bauteil und verbessern die CO₂-Bilanz.

7. Was ist unter „gleichmäßiger Verdichtung“ zu verstehen?
Damit ist eine homogene Materialdichte im Bauteil ohne Hohlräume oder Schwachstellen gemeint — das Ergebnis guter Fließverteilung und passender Nachdrucksteuerung.

8. Ist rPET eine Alternative zu Primärkunststoffen wie ABS?
Ja — mit verfahrenstechnischer Optimierung (z. B. Additive, Prozessparameter) kann rPET in vielen Anwendungen Primärkunststoffe ersetzen, vorausgesetzt, die bauteilspezifischen Anforderungen sind erfüllt.

9. Welche ersten Schritte empfehlen sich für Hersteller, die rPET einsetzen wollen?
Materialanalyse (MFI, Feuchtegehalt), Pilotversuche mit und ohne Additiv, Anpassung von Werkzeug- und Prozessparametern, sowie mechanische Prüfungen und Lebenszyklusbetrachtung.

Xenontest Kunststoff: Licht, Hitze, Feuchte – was ein Kunststoff aushalten muss

Xenontest Kunststoff

Xenontests kurz beleuchtet

Sonne, Regen, Hitze – Kunststoffe im Alltag haben es nicht leicht. Ob als Gehäuse, Leuchte, Schutzscheibe oder Möbelstück: Wer draußen oder in lichtexponierten Bereichen eingesetzt wird, muss einiges mitmachen. Aber wie zeigt sich eigentlich, wie gut ein Kunststoff altert? Und wie lässt sich das prüfen, ohne Jahre zu warten?

Genau hier kommt der Xenontest ins Spiel – ein bewährter Labortest, der künstliche Alterung durch Sonnenlicht, Wärme und Feuchtigkeit simuliert. In wenigen Wochen liefert er Erkenntnisse, für die es draußen Jahre brauchen würde.

Was genau passiert beim Xenontest?

Im Prinzip wird ein Material – z. B. ein Kunststoffmuster – in ein Gerät gelegt, das mit einer Xenonbogenlampe echtes Sonnenlicht nachahmt. Zusätzlich wird es dort Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt. Klingt einfach, ist aber sehr effektiv: In der Kombination lassen sich typische Witterungseinflüsse realitätsnah simulieren.

Das Ziel: Herausfinden, wie sich Farben, Oberflächen oder mechanische Eigenschaften verändern. Wird der Kunststoff spröde? Vergilbt er? Bilden sich Risse? So lassen sich Materialien vergleichen und verbessern – ganz ohne langjährige Feldversuche.

Warum ist das gerade bei PMMA besonders spannend?

Ein gutes Beispiel für den Einsatz des Xenontests ist PMMA, besser bekannt als Acrylglas. Es ist glasklar, leicht und vielseitig – aber eben auch empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Wird PMMA vergilbt oder spröde, leidet nicht nur die Optik, sondern oft auch die Funktion.

Durch den Xenontest lassen sich verschiedene Rezepturen oder Additive gezielt testen: Was schützt besser? Wie lange bleibt das Material schön und stabil? Besonders bei transparenten oder farbigen Anwendungen lohnt sich der Blick auf die Alterungsbeständigkeit.

Welche Regeln gelten?

Damit ein Xenontest wirklich vergleichbare Ergebnisse liefert, gibt es klare Vorgaben. Zum Beispiel:

  • ISO 4892-2 für Kunststoffe

  • DIN EN ISO 16474-2 für beschichtete Oberflächen

  • oder ASTM G155 aus den USA

Diese Normen legen fest, wie stark die Strahlung sein soll, wie heiß es in der Kammer wird, wie lange getestet wird – und wann z. B. ein Feuchtedurchlauf startet.

Und warum das Ganze?

Weil es sich lohnt. Wer frühzeitig prüft, versteht besser, wie sich sein Produkt im Einsatz verändert. Und kann gezielt verbessern – oder mit Sicherheit sagen: Das hält! Für Anwendungen im Außenbereich, in der Architektur, bei Fahrzeugteilen oder langlebigen Konsumgütern ist das ein echter Vorteil.

Fazit

Der Xenontest für Kunststoffe ist wie ein Blick in die Zukunft. Er hilft zu erkennen, wie Materialien unter realistischen Bedingungen altern – und was man tun kann, um sie langlebiger zu machen.

Gerade weil wir künftig selbst testen wollen, freuen wir uns schon jetzt auf die ersten Einblicke und Ergebnisse. Denn: Wer versteht, wie ein Kunststoff auf Licht, Hitze und Feuchte reagiert, kann ihn auch gezielter verbessern.

Nachhaltigkeit im Fokus – ein Kurzinterview

Fokus auf Nachhaltigkeit

Oliver, als QMB und als Person, die mit dem Thema Nachhaltigkeit bei Polytives betraut ist: Ihr widmet euch dem Thema schon seit 2022. Man kann also sagen, bei euch steht Nachhaltigkeit im Fokus. Aber ihr seid doch nicht verpflichtet einen Bericht zu erstellen, oder?

Wir fallen tatsächlich aufgrund unserer Unternehmensgröße noch aus der Berichtspflicht heraus. Wir widmen uns dem Thema allerdings nicht primär aufgrund einer rechtlichen Erwartungshaltung, sondern da das Thema Nachhaltigkeit uns einerseits persönlich wichtig ist, andererseits Bestandteil unserer langfristigen Firmenstrategie ist. Nachhaltigkeit wird bei uns über die Firmenskalierung und Produktentwicklung hinweg mitgedacht und begleitet uns intrinsisch bei der Themen- und Potentialfindung.

Es war uns dabei wichtig, dieses Vorgehen möglichst früh zu etablieren, um sich dann peu à peu an die alltäglichen Gegebenheiten sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen anzunähern. Gerade für den letzteren Bereich war ein rascher Start sinnvoll, um ein Gefühl zu bekommen, welche Daten und Kennzahlen erhoben werden können. Der Aufwand, bei null anzufangen, steigt natürlich, sobald ein Unternehmen zum späteren Zeitpunkt dann größer ist.

Das klingt nachvollziehbar. Gab es darüber hinaus auch schon externe Anfragen, unabhängig davon, dass ihr nicht berichtspflichtig seid?

Die gab es durchaus. Von der Berichtspflicht befreit zu sein bedeutet ja nicht, das Thema gänzlich unbehandelt zu lassen. Größere Unternehmen geben die Anfragen innerhalb ihrer Lieferkette weiter und auch im Vorfeld einer sich anbahnenden Zusammenarbeit sehen die Akteure immer öfter Nachhaltigkeit im Fokus.

Da wir uns nun schon etwas in diesem Feld bewegen, können wir folglich schnell und zielgerichtet reagieren und entsprechende Antworten liefern. Ich glaube, wir können durchaus sagen, dass unsere kundenzentrierte Arbeitsweise auch hier kleine Wettbewerbsvorteile für unsere Kunden und uns schafft.

Wenn ihr die Berichterstattung schon seit 2022 macht: Was hat sich über diesen Zeitraum verändert, was habt ihr gelernt und wie ist euer Fazit?

Uns war von Anfang an klar, dass unser erster Bericht nicht „dem Lehrbuch“ entsprechen wird. Er stellte vielmehr eine Bestandsaufnahme dar und zeigte, was in kurzer Zeit und ohne größeren Aufwand möglich war. Für ein fundiertes Reporting fehlten uns noch zu viele Datenpunkte und die Dimensionen der Nachhaltigkeit waren in ihrer Tiefe noch nicht ausgelotet. Mit dem nächsten Bericht wussten wir dann, wo wir mit Verbesserungen ansetzen mussten, und hatten auch neue Möglichkeiten gefunden, Lücken zu schließen. Dabei konzentrieren wir uns immer noch hauptsächlich auf die ökologischen und ökonomischen Aspekte der Nachhaltigkeit, da unsere Arbeit und unsere Produkte hier maßgeblich Einfluss nehmen können. Beispielsweise hatten wir uns 2023 schon das erste Mal mit der CO2-Bilanzierung beschäftigt, welche ein unverzichtbarer Bestandteil des Reports ist.

Unser Ziel wird schließlich ein Bericht sein, der inhaltlich einem vollwertigen Standard entspricht – bis dahin gibt es noch einiges zu tun, aber die Methodik der kleinen Verbesserungsschritte wird uns auch dorthin führen. Aktuell orientieren wir uns beispielsweise am VSME-Modell.

Generell ist es ratsam, in allen Bereichen früh, aber nicht zu ambitioniert anzufangen und organisch zu wachsen Beratungs-, Netzwerk- und generell Infoveranstaltungen haben uns beispielsweise dabei geholfen, die richtige Geschwindigkeit zu entwickeln.

Hochwertiges recyceltes PP: Mehr Potenzial durch optimierte Fließeigenschaften

Es sind zwei dunkle Fließspiralen zu sehen, einmal ohne und einmal mit Additiv. Dabei wird klar, dass die Spirale mit Additiv deutlich länger ist, das Material also besser geflossen ist.

Optimierungspotenziale für hochwertiges recyceltes PP: Additive als Schlüsseltechnologie

Hochwertiges recyceltes PP ist ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Diese alternative Ressource trägt dazu bei, den Verbrauch fossiler Rohstoffe zu reduzieren und die Umweltbelastung zu verringern. Allerdings stehen Unternehmen häufig vor der Herausforderung, dass hochwertiges recyceltes PP im Vergleich zu Neuware Schwankungen in den Materialeigenschaften aufweist. Dies betrifft insbesondere die Fließeigenschaften, die für eine effiziente Verarbeitung entscheidend sind.

Durch den gezielten Einsatz von polymeren Additiven lassen sich diese Schwankungen ausgleichen. So kann hochwertiges recyceltes PP gezielt optimiert werden, um eine verbesserte Verarbeitbarkeit zu erreichen und gleichzeitig nachhaltige Produktionsprozesse und Designs zu fördern.

Warum sind Fließeigenschaften und Zykluszeiten bei hochwertigem recyceltem PP so wichtig?

Einer der größten Unterschiede zwischen hochwertigem recyceltem PP und Neuware liegt in der Schmelzflussrate (MFR). Während Neuware eine gleichmäßige Viskosität aufweist, kann recyceltes Material je nach Herkunft und Recyclingprozess stark variieren. Dies führt zu Schwierigkeiten im Spritzguss von hochwertigem recyceltem PP und anderen industriellen Anwendungen.

Durch die gezielte Verbesserung der Fließeigenschaften mit Additiven kann nicht nur die Prozessstabilität erhöht, sondern auch die Zykluszeit im Spritzguss von hochwertigem recyceltem PP verkürzt werden. Eine schnellere Verarbeitung bedeutet eine effizientere Produktion mit geringerem Energieverbrauch – beides kann sich positiv auf die CO₂-Bilanzierung auswirken.

Vorteile optimierter Fließeigenschaften in hochwertigem recyceltem PP

Reduzierter Energieverbrauch & Ressourcenschonung

Durch optimierte Fließeigenschaften lässt sich die Zykluszeit im Spritzguss von hochwertigem recyceltem PP verkürzen. Kürzere Produktionszeiten führen zu geringerem Energieverbrauch und reduzieren den CO₂-Fußabdruck.

Bessere Verarbeitbarkeit

Höhere Prozessstabilität sorgt für zuverlässige Ergebnisse in der Kunststoffverarbeitung. Hochwertiges recyceltes PP lässt sich effizienter in bestehende Produktionsprozesse integrieren.

Erweiterte Anwendungsbereiche

Optimierte Materialeigenschaften ermöglichen den Einsatz in anspruchsvollen Industrien. Hochwertiges recyceltes PP für Automobilanwendungen oder technische Bauteile wird zunehmend attraktiver.

Weniger Ausschuss, mehr Nachhaltigkeit

Stabilere Fließeigenschaften reduzieren Produktionsausschuss. Ein konstanter Materialfluss sorgt für gleichbleibende Qualität und ermöglicht einen höheren Anteil an hochwertigem recyceltem PP in Produkten.

Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

Hochwertiges recyceltes PP trägt dazu bei, den Anteil an Neuware-Kunststoffen zu verringern. Nachhaltige Produktionsmethoden mit optimierter Zykluszeit und energieeffizienter Verarbeitung unterstützen Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Umweltziele. Dabei wird das Material außerdem geschont, denn weniger Hitzebelastung und kürzere Verarbeitungszeiten bedeuten auch bessere Qualität für das nächste Leben des Kunststoffs.

Fazit: Additive machen hochwertiges recyceltes PP wettbewerbsfähig

Um den Anteil von hochwertigem recyceltem PP in der Industrie zu steigern, braucht es technologische Innovationen. Additive ermöglichen eine verbesserte Fließfähigkeit, verkürzen die Zykluszeit im Spritzguss von hochwertigem recyceltem PP und sorgen für eine gleichbleibend hohe Qualität. Damit wird hochwertiges recyceltes PP zu einer wirtschaftlich attraktiven Alternative zur Neuware.

5 Jahre Polytives GmbH

In diesen Materialien wurden biobasierte Polymercomposites verarbeitet.

5 Jahre Polytives GmbH: Wie fing es an, wie läuft es und wo geht es hin?

Der Anfang: Als Polytives noch „Hyperflow“ hieß

Als der Diplom-Chemiker Oliver Eckardt und Prof. Felix H. Schacher 2014 gemeinsam die Bearbeitung des Themas für die Dissertation von Oliver beschließen und die Arbeiten beginnen, war keinem der beiden klar, dass dies gleichzeitig den Grundstein für die Gründung von Polytives legen würde.

Ursprünglich als ZIM-Projekt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena begonnen, wurde gen Ende ersichtlich, dass die entwickelte Technologie so viel mehr Potenzial birgt. Zu viel, um nicht zumindest den Versuch der Entwicklung bis zur Marktreife zu machen. Damit begann der Weg, der zunächst über einen EXIST-Forschungstransfer und schließlich in eine Gründung mündete.

Nach den grundlegenden Arbeiten und einem Forschungsaufenthalt von Oliver Eckardt in Belgien, stieß 2017 Viktoria Rothleitner zum Team. Als Absolventin eines naturwissenschaftlichen Bachelors, studierte sie zu diesem Zeitpunkt im Master „BWL für Naturwissenschaftler“ und ergänzte damit das Team um die betriebswirtschaftliche Dimension. Gemeinsam stellten die drei Gründenden so im Juli 2017 einen Antrag auf EXIST-Förderung, welcher positiv bewilligt wurde und das Projekt begann dann im März 2018, damals noch unter dem Namen „Hyperflow“.

Ebenfalls im März, zwei Jahre später, folgt die Gründung mit der Eintragung in das Handelsregister. Während diesen zwei Jahren wurde ein Netzwerk aufgebaut, der proof of concept erbracht, eine geeignete Synthesemethode ausgewählt, die die Skalierbarkeit sicherstellt und ebenso das Team wiederum vergrößert. Und obwohl im März 2020 noch etwas anderes begann, fand das Team einen Weg, auch digital und dezentral die weiteren Schritte umzusetzen.

Die Reise beginnt und was als Projekt begann, nimmt Fahrt auf

Das zunächst vierköpfige Team, weiterhin ergänzt um den Mitgründer und wissenschaftlichen Berater Prof. Schacher, zieht in den folgenden Jahre nicht nur mehrfach um. Es werden auch nach und nach Meilensteine erreicht, von weiteren Entwicklungserfolgen, Wachstum und auch Diversifizierung hinsichtlich der Expertise im Team, Finanzierungsrunden, mehreren Preisgewinnen bis hin zum vorläufig letzten Umzugs in die spätere Produktionsstätte in 2024. Neben mehreren Messeauftritten, z.B. inklusive einer Live-Demonstration der Technologie in Friedrichshafen, zahlreichen Bemusterungen und dem Überführen der Produktion in einen industriellen Maßstab, wurden ebenso viele Partnerschaften geschlossen. Zu diesen Partnern gehören neben Institutionen wie dem TITK e.V. auch eine Reihe an namenhaften Distributoren und Mittelständlern, mit denen Polytives kontinuierlich optimiert und Projekte umsetzt, um den Kunden eine immer größere Vielfalt an Vorteilen zu bieten.

Was ist der Stand und wo geht es hin?

Auch wenn 5 Jahre Polytives GmbH eine wahrlich abwechslungsreiche und von genommenen Meilensteinen begleitete Geschichte bedeutet: Diese 5 Jahre sind für das Team erst der Anfang. Die eigene Produktion zeichnet sich ab, um die Partner für die Lohnfertigung zu ergänzen, die eigene Entwicklung weiter zu beschleunigen und damit neuen Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Denn das ist es, was Polytives antreibt. Eine einzigartige Plattformtechnologie, die die Möglichkeit hat, bei zahlreichen Herausforderungen der Kunststoffindustrie weltweit zu innovativen Antworten beizutragen.

Da der Platz in so einem Blogbeitrag endlich ist, sagen wir an dieser Stelle: Fortsetzung folgt! 😉

Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren, insbesondere Polyhydroxyalkanoaten (PHA): Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen

Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren (PHA)

Die Polytives GmbH hat gemeinsam mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK) ein bedeutendes Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Thüringer Technologiewettbewerbs „get started 2gether“ arbeiteten beide Partner daran, die Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren, insbesondere Polyhydroxyalkanoaten (PHA), durch innovative Polymeradditive gezielt zu verbessern.

Es ist bereits das zweite Projekt dieser Art, das Polytives in Kooperation mit dem TITK erfolgreich verwirklicht hat – ein starkes Zeichen für die Innovationskraft und Forschungsstärke der Region Thüringen.

Warum die Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren (PHA) entscheidend sind

Polyhydroxyalkanoate (PHA) gehören zu den vielversprechendsten Biopolymeren für eine nachhaltige Kunststoffproduktion. Sie werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, sind biologisch abbaubar und zählen zur Gruppe der Thermoplaste. Dennoch haben sie bisher einen entscheidenden Nachteil: Ihre Sprödigkeit und geringe thermische Belastbarkeit erschweren eine effiziente industrielle Verarbeitung.

Um PHA als nachhaltige Kunststoffalternative zu etablieren, müssen daher vor allem die Verarbeitungs- und Materialeigenschaften dieser Biopolymere verbessert werden.

Innovatives Forschungsprojekt von Polytives und TITK mit dem Projektziel: Optimierung der Verarbeitbarkeit von PHA

Das Forschungsprojekt hatte das klare Ziel, die Verarbeitungsmöglichkeiten von PHA zu erweitern und sie für industrielle Anwendungen attraktiver zu machen. Dazu wurden verschiedene PHA-Typen mit dem Prozesshilfsmittel bFI A 3745 der Polytives GmbH compoundiert und umfassend getestet.

Die zentrale Fragestellunng lautete: Wie lassen sich die Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren, insbesondere Polyhydroxyalkanoaten (PHA), durch innovative Additive nachhaltig verbessern?

Messbare Optimierungen durch innovative Polymeradditive

Die Untersuchungen des TITK zeigen beeindruckende Ergebnisse:

  • Bereits eine geringe Menge des Additivs bFI A 3745 verbessert die Fließfähigkeit deutlich.
  • Die Melt-Flow-Rate (MFR) konnte um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.
  • Ein erweitertes Temperaturfenster erleichtert die Verarbeitung der Biokunststoffe erheblich.

Damit bietet der Einsatz des Additivs neue Möglichkeiten in der industriellen Fertigung und hebt PHA auf ein neues Leistungsniveau.

Neue Anwendungsfelder und Marktpotenziale für PHA

Dank der verbesserten Verarbeitungseigenschaften eröffnen sich für PHA völlig neue Anwendungs- und Marktchancen. Insbesondere im Bereich nachhaltiger Werkstoffe können sie künftig eine wesentlich größere Rolle spielen – und damit aktiv zur ökologischen Transformation der Kunststoffindustrie beitragen.

Stimmen der Projektpartner

Oliver Eckardt, Geschäftsführer der Polytives GmbH, betont:
„Unsere Zusammenarbeit mit dem TITK ist ein hervorragendes Beispiel für kooperative Forschung und Entwicklung in Thüringen. Gemeinsam haben wir wichtige Fortschritte erzielt, um Biopolymere wie PHA für industrielle Anwendungen attraktiver zu machen und so nachhaltige Innovationen aus unserer Region heraus voranzutreiben.“

Benjamin Redlingshöfer, geschäftsführender Direktor des TITK, ergänzt:
„Dieses erfolgreiche Projekt zeigt erneut, wie der ‚get started 2gether‘-Wettbewerb als echter Accelerator für Start-ups wirkt. Mit Polytives konnten wir bereits zum zweiten Mal den Transfer innovativer Ideen bis hin zur industriellen Marktreife unterstützen.“

Fazit: Ein Meilenstein für die Weiterentwicklung nachhaltiger Biopolymere

Das Forschungsprojekt liefert einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Biopolymeren, insbesondere Polyhydroxyalkanoaten (PHA). Die Ergebnisse verdeutlichen, welches Potenzial in der Kombination aus praxisnaher Forschung und innovativer Materialentwicklung steckt – und wie PHA zu einem leistungsfähigen, nachhaltigen Kunststoff der Zukunft werden kann.

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PHA

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Neuer Vertriebsdirektor bei Polytives

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Produktfamilie bFI in Action

Bild mit KI erstellt

Wir berichten hier von Zeit zu Zeit von den Vorteilen, die sich unseren Kunden und Partnern durch den Einsatz der Additive aus der Produktfamilie bFI bieten. Diese Erkenntnisse ergeben sich aus konkreten Anwendungsfällen und Versuchen und führen nicht selten zu Denkanstößen für weitere Einsatzgebiete, in denen etwa der bFI A 3745 die nötige Lösung bietet.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Ursprünglich auf Acrylatbasis entwickelt, sollten die Fließverbesserer der Produktfamilie bFI anfangs vor allem in Acrylglas, Polycarbonat und Polystyrol Anwendung finden. Doch, wie bereits an anderer Stelle beschrieben, geht die Kompatibilität dieser polymeren Additive weit darüber hinaus. Ein Einsatz ist in allen gängigen Kunststoffvarianten, Thermoplaste wie Duroplaste, möglich und löst Viskositätsthemen aller Art.

Neben unseren Forschungsergebnissen, die wir in Zusammenarbeit mit Partnern validiert haben, bestätigen uns auch positive Rückmeldungen von Kunden und dokumentierte Anwendungsfälle die Wirksamkeit, Reproduzierbarkeit und Stabilität unserer polymeren Additive.

Was bietet Ihnen die Produktfamilie bFI für Vorteile?

Wir können sowohl im Verarbeitungsprozess als auch im additivierten Material eine Reihe von Vorteilen feststellen, die in Summe allgemeingültig auftreten.

Nachfolgend eine kurze Auswahl:

  • Senkung der Viskosität (erhebliche MFR- bzw. MVR-Steigerung)
  • gesteigerte Produktivität durch verringerte Zykluszeiten
  • sinkende Prozessdrücke und ebenso –temperaturen
  • potenzielle Energieeinsparungen, dadurch Verkleinerung des CO2-Fußabdruckes
  • größere Flexibilität bei der Wahl der Spritzgussmaschine, des Extruders, etc.
  • größere Flexibilität bei der Wahl von Rohstoffe, egal ob Polymer oder Zuschlagstoffe (Regranulate, temperaturempfindliche Additive, etc.)

Unsere Kunden kennen ihren Prozess am besten und können in der Regel schnell sekundäre Vorteile der genannten Punkte ableiten. Diese führen dann zum Erfolg, beispielsweise in Form von dünnwandigen Bauteilen aus speziellen Materialien, die ohne bFI-Additiv nicht umsetzbar waren.

Aktuelle Erkenntnisse

Über viele unserer gemeinsamen Erfolge mit Kunden dürfen wir nachvollziehbarerweise nicht sprechen. Was wir aber in den letzten Monaten dazugelernt haben: Auch Biomaterialien stellen für die polymeren Additive wie den bFI A 3745 kein Problem dar. Ihr Temperaturfenster für die Verarbeitung kann deutlich vergrößert werden. Mehr dazu werden wir an anderer Stelle ausführlich berichten.

Ebenso ist es möglich Regranulate selbst aus dem Post-Consumer-Bereich einheitlich und auf dem Level eines Spritzgussmaterials zu verarbeiten. Neben rPMMA und rPET lässt sich auch rPP hinsichtlich der Fließfähigkeit optimieren und so schlussendlich auch Vereinheitlichen, was an Ware eingekauft wird.

Beide Punkte stellen einen echten zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden dar, in Zeiten von veränderten Rohstoffkreisläufen und Herausforderungen von Nachhaltigkeitsanforderungen. Packen wir’s gemeinsam an!

 

KI in Forschung und Entwicklung

Bild mit KI erstellt

Gerade für ein innovatives Unternehmen ist es wichtig, neugierig und offen für Neues zu bleiben. Daher geht das Trendthema Künstliche Intelligenz, kurz „KI“ selbstverständlich auch an Polytives nicht vorbei. Wir haben Berichte gelesen, Use Cases betrachtet, teils selbst miterlebt, wie die Wirkung beim Einsatz im Produktionsprozess berücksichtigt werden muss und auch an dem ein oder anderen Webinar oder Event dazu teilgenommen. Beispielsweise angeboten durch das Chemie Cluster Bayern oder auch das TITK in unserer Nachbarschaft. Einen Überblick, was wir bisher für uns mitgenommen haben möchten wir im Folgenden geben, mit dem Augenmerk auf KI in Forschung und Entwicklung.

Experimentdesign, Datenanalyse, Dokumentation

Ein unschlagbarer Vorteil der KI ist die vereinfachte Experimentplanung, welche Methoden der statistischen Versuchsplanung unterstützt. Dies kann zu einer großen Zeitersparnis beim Untersuchen unterschiedlicher Variablen und Parameter führen. Experimente können dann ggfs. auch automatisiert und durch KI-gesteuerte Roboter ausgeführt werden.

Die Menge an so generierten Daten kann anschließend ausgewertet werden – hier erkennt KI Muster, Trends und komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten, wodurch neue Syntheserouten schneller und einfacher identifiziert und umgesetzt werden können. Gerade was molekulares Modellieren und Simulieren angeht, leistet die KI in Forschung und Entwicklung große Beiträge. Es geht darum, Molekülstrukturen so zu verändern, dass gewünschte Eigenschaften gezielt adaptiert werden – ein wichtiges Mittel um Medikamente zu entwickeln oder, z. B. im industriellen Bereich Materialeigenschaften wie Festigkeit oder thermische Stabilität nachzugehen.

KI in Forschung und Entwicklung kann auch einen Bereich berühren, der außerhalb des akademischen Bereichs nur selten betrachtet wird: Der Ergebnispublikation. Das Veröffentlichen von wissenschaftlichen Beiträgen ist elementarer Bestandteil der Wissensansammlung und -verbreitung. Hier kann KI nicht nur bei der Literaturrecherche helfen, sondern generell beim Publizieren der Beiträge. Auch wenn man dem direkten Publizieren skeptisch gegenübersteht, gibt es schon vielversprechende Berichte, dass eine KI-gestützte Textstrukturierung die wissenschaftliche Analyse und das Peer-Review der Manuskripte erleichtern.

Übertrag auf Industrie

Um die Anwendungsfelder von KI in Forschung und Entwicklung auf industrielle Fragestellungen zu übertragen, bedarf es momentan Partner, die eine Vielzahl Daten generieren und die daraus abgeleiteten Prozesse ausprobieren und bewerten. Unabhängig davon haben sich natürlich bereits Anwendungen im Bereich der Qualitätssicherung, der Prozessteuerung etc. gebildet. Doch KI kann eine mögliche Basis sein, akademische Forschungsfelder und industrielles Know-how zu verknüpfen – in diesem Maße ist das bisher noch nicht erfolgt. Wir sind uns aber sicher, dass sich innovative Ideen immer Mittel und Wege suchen, um in die Welt zu gelangen und wären nicht überrascht, wenn es in den nächsten Jahren hier bedeutende Fortschritte geben wird.

Wir bleiben in jedem Fall dran und testen, wo immer es möglich und sinnvoll ist, wie die positiven Effekte von KI-Tools unsere täglichen und nicht so alltäglichen Herausforderungen unterstützen kann. Ein Beispiel außerhalb von KI in Forschung und Entwicklung bildet KI für das Marketing. Um etwa einen Blogbeitrag zu illustrieren, eignet sich ChatGPT gar nicht schlecht.

Neue Verarbeitungsmöglichkeit durch bio-basierte Polymerkomposite

In diesen Materialien wurden biobasierte Polymercomposites verarbeitet.

In der Welt der kunststoffverarbeitenden Industrie zeichnen sich innovative Ideen und Nachhaltigkeit im Produktdesign als Garant für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg ab. Dieser Doppelanforderung wurden wir kürzlich in Zusammenarbeit mit Holzmühle Westerkamp gerecht: Unser Fließverbesser bFI A 3745 konnte als Verarbeitungshilfe eingesetzt werden, um die Produktion von beispielsweise Fastfood-Artikeln unter der Marke Arweco aus PLA in Verbindung mit Naturfasern, Haferspelzen und weiteren, nachwachsenden Rohstoffen zu optimieren. Entstanden ist ein vollbiologisches Produkt, welches sich auf Produktionsseite vor allem durch ein hervorragendes Handling bei der Verarbeitung im Heißkanal auszeichnet. Dies ist natürlich nicht der einzige Vorteil, der sich in dieser neuartigen Materialkombination ergibt.

Für bio-basierte Polymerkomposite eignen sich unsere polymeren Additive ideal, da sie hohen Verarbeitungstemperaturen, welche oft zur Materialschädigung und infolgedessen zu Ausschuss im Prozess führen, entgegenwirken. Wer beispielsweise PHA oder ähnliche Materialien verarbeitet, findet womöglich einen neuen technologischen Zugang zu bisher uninteressanten Materialien. Über das Potential und die Herausforderungen beim Umgang mit PHAs haben wir kürzlich auch in unserem Blogbeitrag berichtet.

Der temperatursenkende Einsatz wirkt sich außerdem auch auf die anfallenden Energiekosten aus. Einsparungen hier führen zu einer kosteneffizienteren Produktion und, in Richtung Nachhaltigkeit gedacht, auch zu einer entsprechenden Verringerung des CO2-Fußabdruckes. Dieser Umstand hilft auch bei den Bemühungen, sich generell mehr für ein zirkuläres Wirtschaftssystem stark und fit zu machen und sich bzgl. des Rohstoffeinkaufs und der Lieferketten resilienter aufzustellen.

Fazit: Eine bessere Produktqualität, ein stabilerer Produktionsprozess und eine ausgeglichenere Umweltbilanz – das ist Optimierung durch bio-basierte Polymerkomposite. Falls Sie Interesse an einer umweltfreundlichen Ergänzung für jede Produktion haben, kommen Sie gern mit uns ins Gespräch. Bisherige Limits sind vielleicht schneller aus dem Weg geräumt als Sie denken.

Neuware durch Recyclingware ersetzen: So einfach ist es nicht.

Einblicke in die Welt des PVC

Wie der Einsatz von Rezyklatware erleichtert werden kann. Ein Überblick über Herausforderungen und Chancen.

Nicht nur im Kontext der notwendigen Reduktion von CO2-Emissionen ist der Einsatz von recycelten Materialien für Hersteller verschiedenster Produkte ein Thema. Neuware durch Recyclingware ersetzen, wo immer es möglich und vor allem sinnvoll ist, lautet das erklärte Ziel, das auch aufgrund von gesetzten Normen und Vorgaben von einer immer größeren Zahl von Verarbeitern ins Auge gefasst wird. Leider ist es nicht so einfach, wie es für Laien vielleicht klingen mag. Die Hersteller von Kunststoffwaren stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen, auf die wir hier kurz eingehen möchten. Und auch darauf, wie Lösungen aussehen können.

Qualität und Konsistenz

Virgin-Materialien kennen diese Probleme nicht, recycelte leider durchaus. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen und wurden unterschiedlichen Verarbeitungsprozessen unterzogen. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Herstellung konsistenter Produkte führen und ist für die Qualitätssicherung der Produzenten kritisch.

Verschmutzung und Verunreinigungen

Zurückgeführte Materialien können Verunreinigungen enthalten, die während des Sammel- und Recyclingprozesses nicht vollständig entfernt wurden. Diese Verunreinigungen können die mechanischen Eigenschaften der Kunststoffprodukte beeinträchtigen und die Verarbeitung erschweren.

 

Material-Eigenschaften und Verfügbarkeit

Die Eigenschaften von recycelten Materialien können sich teils stark von denen von Virgin-Materialien unterscheiden. Dies kann wiederum Auswirkungen auf die mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften der Kunststoffprodukte haben und deren Leistungsfähigkeit beeinflussen. Darüber hinaus kann die Beschaffung von recycelten Materialien aufgrund der erforderlichen Sammel-, Sortier- und Verarbeitungsprozesse relativ teuer sein und das bei – je nach Fall – unklarer Verfügbarkeit von hochwertigen Materialien.
Und doch sind neben diesen Herausforderungen ganz klar auch Chancen zu erkennen. Neuware durch Recyclingware ersetzen – das bedeutet auch eine Reihe von Vorteilen, welche sich unter anderem durch die gesteigerte Nachfrage ablesen lassen.

Ressourceneffizienz, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft

Durch die Verwendung von recycelten Materialien können Unternehmen den Bedarf an neuen Virgin-Ressourcen reduzieren und somit zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Die Verwendung von recycelten Materialien unterstützt die Idee der Kreislaufwirtschaft, indem sie Abfall reduziert und wiederverwendbare Materialien in den Produktionsprozess integriert.

Kostenersparnis und Umweltvorteile

In einigen Fällen können recycelte Materialien in der Gesamtbetrachtung kostengünstiger sein als Virgin-Materialien, insbesondere wenn sie lokal verfügbar und die Kosten für die Beschaffung und Verarbeitung niedriger sind. Der Einsatz von recycelten Materialien kann zu einer Verringerung der Umweltbelastung führen, da weniger Energie und Ressourcen für die Herstellung neuer Materialien benötigt werden. Gleichzeitig kann die Menge an Kunststoffabfällen reduziert werden, da diesen ein zweites Leben geschenkt wird.

Kundenanforderungen und Image

Viele Unternehmen legen Wert auf nachhaltige und umweltfreundliche Produkte. Die Verwendung von recycelten Materialien kann daher dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und das Unternehmensimage zu verbessern. Unternehmen können mit einem Angebot, das recycelte Materialien umfasst auf die entsprechende Nachfrage reagieren und verpassen so nicht den Trend hin zu immer mehr Nachhaltigkeit.
Insgesamt bietet der Einsatz von recycelten Materialien im Kunststoffbereich eine Reihe von Vorteilen, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen und zur Schaffung einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Industrie beitragen können.

Wie diesen Hürden begegnen?

Um die beschriebenen Herausforderungen auf dem Weg dahin zu überwinden bieten sich verschiedene Ansatzpunkte. Es lohnt sich zum einen das eigene Rohstoffportfolio zu analysieren und ebenso die internen Möglichkeiten der Wiederverwendung von Produktionsausstößen und Ähnlichem. Das ist heute oft schon Standard in den meisten Unternehmen, da es einen sofortigen wirtschaftlichen Effekt erzielt.

Weiterhin ergibt sich ein positiver Effekt, wenn für ein herzustellendes Teil mehrere Materialien qualifiziert werden, um sich vor der teils schlechten Verfügbarkeit zu schützen, soweit dies möglich ist. Hier spielen natürlich immer auch die Kundenanforderungen eine entscheidende Rolle. Doch auch diese sind selbstverständlich an der Erhaltung der Lieferfähigkeit interessiert. Das kann zum Beispiel bedeuten, ein ABS-Produkt auch fit für die Verwendung mit einem rPET zu machen.

Darüber hinaus können Additive und Verarbeitungshilfen ein Game-Changer sein, so beispielsweise auch die Fließhilfen von Polytives. Diese ermöglichen auch bei eher dünnwandigen oder komplexeren Teilen den möglichen Austausch von ABS durch rPET, wie oben beschrieben, um nur ein Beispiel zu nennen. Inhomogene Qualitäten von Rezyklatwaren lassen sich angleichen oder kaum verarbeitbare, weil zu zähe Kunststoffe, werden prozessierbar gemacht. Damit lässt sich eine große Hürde aus dem Weg räumen, hin zum Ziel „Neuware durch Recyclingware ersetzen“.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch, wenn Sie dazu Ideen austauschen und einen Versuch machen wollen, wir sind gern für Sie da!

Biobasiert, biokompatibel, bioabbaubar: PHAs als nachhaltige Alternative

Einblicke in die Welt des PVC

Um auf Grundlage der Plattformtechnologie von Polytives immer weitere Polymersysteme zu erschließen, bedarf es Entwicklung, Versuchen und bisweilen Anpassungen auf molekularer Ebene. Diese Schritte möchte Polytives insbesondere auch für nachhaltige Polymere gehen, um eine Antwort auf die stetig wachsende Nachfrage zu bieten. Auch bei der Verarbeitung (bisher) ungewöhnlicher Materialien sind polymere Additive ein Game-Changer.

Sogenannte PHAs und was es mit ihnen auf sich hat

Die Gruppe der Polyhydroxyalkanoate, die kurz PHAs genannt werden, sind noch nicht besonders weit verbreitet und deshalb nicht unbedingt die bekannteste Gruppe von Polymeren. Es handelt sich um nachhaltige Biopolyester, die auf natürlichem Wege gewonnen werden können – beispielsweise aus Bakterien. Die Tatsache, dass sie thermoplastisch verarbeitbar sind, macht sie hochinteressant für Kunststoffverarbeiter, die nachhaltige Alternativen suchen, um Kundenbedürfnissen zu begegnen.

Wo liegt der Vorteil für die Verarbeiter?

Um für bestimmte Anwendungsfälle eine nachhaltige Alternative bieten zu können, die gleichzeitig dauerhaft in guter Qualität verfügbar ist, lohnt sich der Blick in den Bereich der sogenannten Biopolymere. Wie bereits beschrieben, sind PHAs hier eine Gruppe von Materialien, die immer mehr Interesse weckt. Durch den Umstand, dass sie sowohl biobasiert, bioabbaubar als auch biokompatibel sind, vereinen sie eine ganze Reihe an Mehrwerten hinsichtlich nachhaltiger Alternativen.

Warum sind PHAs noch nicht verstärkt im Einsatz?

Polyhydroxyalkanoate besitzen zwar thermoplastische Eigenschaften, bisher sind die Verarbeitungsfenster für die Anwender jedoch so eng, dass von einer einfachen Implementierung in bestehende Prozesse leider kaum die Rede sein kann. Das soll sich nun ändern.

Vom Schmelzpunkt bis hin zu ersten Zersetzungserscheinungen liegt gerade einmal eine Temperaturdifferenz von ca. 25°C. Das, gepaart mit schon vor der Zersetzung auftretenden Sprödigkeit im Prozess, ist aktuell meist ein KO-Kriterium bei der Materialauswahl. Die Scherung während der Verarbeitung und ihre zusätzlich negative Auswirkung auf das Material tun ihr Übriges. Doch wie kann eine Lösung aussehen, um die nachhaltigen Materialien für Kunststoffverarbeiter besser nutzbar zu machen?

Mit Hilfe des Thüringer Instuts für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. sollen gleich mehrere PHA-Typen mit den verfügbaren und unter Umständen angepassten bFI-Additiven von Polytives optimiert werden. Ihr Wirken in der Polymermatrix wird genau beobachtet und dokumentiert, sodass wichtige Rückschlüsse für eine möglichst ideale Prozessführung gewonnen werden. Wichtig sind dabei unter anderem die Verarbeitungsbedingungen im Spritzguss, speziell die Temperaturen und Einspritzdrücke, aber auch der Blick auf die späteren mechanischen Eigenschaften der resultierenden Produkte. Und beispielsweise auch, wie sich die Bioabbaubarkeit einordnen lässt.

Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren möchten, kommen Sie gern auf uns zu!